Thesis Experteninterview

So führst du ein Thesis Experteninterview richtig!

Die Vorbereitung für ein Thesis Experteninterview ist das A und O. Wenn du ein Experteninterview richtig führst, kann es dir wertvolle Erkenntnisse zu deiner ausgesuchten Thematik einbringen und dir helfen, deine Forschungsfrage zu beantworten. Wir zeigen dir in diesem Artikel, was du alles für ein Experteninterview beachten musst.

Was ist ein Experteninterview eigentlich?

Die drei beliebtesten Methoden, um deine Thesis Forschungsfrage zu beantworten sind wohl die Beobachtung, die Umfrage und das Experteninterview! Das Experteninterview hat dabei ganz besondere Vorteile: Du kannst deine Hypothesen überprüfen und mit Expertenwissen untermauern. Dabei ist aber wichtig zu wissen, dass deine individuelle Situation bestimmt, ob so ein Interview wirklich sinnvoll für dich ist.

  • Hast du dich für ein Thema entschieden, zu welchem es noch nicht viel Literatur gibt?
  • Wie spezifisch ist dein Thema?
  • Möchtest du besondere Perspektiven oder Verhaltensweisen von Menschen beleuchten?

Sollte einer der drei Punkte auf dich zutreffen, ist ein Experteninterview definitiv sinnvoll.

Die verschiedenen Arten von Experteninterviews

Schritt 1: Du hast herausgefunden, dass ein Experteninterview das richtige für dich ist. Der nächste Schritt ist nun, dich auf eine der folgenden Interviewformen festzulegen:

Problemzentriertes Interview

Bei dieser Interviewform werden die Fragen, die Anzahl der Fragen sowie auch viele Antwortoptionen vorgegeben. Im Mittelpunkt stehen dabei die Erfahrungen, Wahrnehmungen und Reflexionen der Befragten zu einem ganz bestimmten Problem.

Narratives Interview

Beim narrativen Interview erfreut sich besonders zur Erhebung von Lebensgeschichten an großer Beliebtheit, welche im direkten Zusammenhang mit deiner Forschungsfrage stehen. Diese Interviewform gehört auch zu den qualitativen Forschungsmethoden.

Semistrukturiertes Interview

Das semistrukturierte Interview wird auch halbstrukturiertes Interview genannt. Das heißt, die Fragen werden zuvor festgelegt und die Reihenfolge der Beantwortung wird von den TeilnehmerInnen bestimmt.

Unstrukturiertes Interview

Bei einem unstrukturierten Interview können die Befragten frei berichten und erzählen. Einen Leitfaden gibt es dabei nicht. Das Gespräch ist somit wie ein Alltagsgespräch aufgebaut, welches so viele Informationen wie möglich über den jeweiligen Interessensbereich generieren soll.

Strukturiertes Interview

Wenn es um Experteninterviews geht, wird gerne die strukturierte Variante gewählt. Das strukturierte Interview folgt streng einem Fragebogen, von dem der Interviewer nicht abweicht. Dabei handelt es sich um eine quantitative Forschungsmethode.

Für welche der Interview-Varianten du dich entscheidest, hängt von der von dir ausgesuchten Thematik sowie den Ergebnissen, die du erzielen möchtest, ab.

Wofür brauche ich ein Experteninterview in einer Thesis?

Sollte es zu deinem Thema zu wenig Recherchequellen geben, hilft dir das Experteninterview dabei, deine Forschungsfragen zu beantworten. Das kann zum Beispiel passieren, wenn es sich um ein Nischenthema handelt oder das Thema so aktuell ist, dass die richtige Literatur nicht verfügbar ist. Selbstverständlich kannst du es auch dazu verwenden, deine eigenen Thesen durch das Interviewen von ExpertInnen zu untermauern und diese somit zu bekräftigen.

In 5 Schritten zum Thesis Experteninterview

Du hast dich für deine Forschungsfrage entschieden. Doch zu deiner Forschungsfrage ist die Datenlage noch zu gering. Daher entschließt du dich dazu, ein Experteninterview durchzuführen. Hierzu sind die folgenden fünf Schritte notwendig:

1. Expertenauswahl

Bei der Auswahl des Experten kommt es auf dein Forschungsziel an. Du kannst einen oder auch mehrere ExpertInnen befragen. Dabei ist es wichtig, dass es sich bei dieser Gruppe nicht immer um ProfessorInnen oder Top-ManagerInnen handeln muss – je nach dem welche Forschungsfrage du ausgesucht hast, können beispielsweise auch KindergärtnerInnen oder KassiererInnen infrage kommen. Der ausschlaggebende Punkt ist, dass der- oder diejenige(n) eine lange Zeitspanne in einer Schlüsselposition, die dein Thema betrifft, verantwortlich war. Wichtig ist deshalb auch, deine Expertenwahl im Vorhinein mit deinem Betreuer/deiner Betreuerin abzuklären.

2. Die Vorbereitungszeit

Im Zusammenhang mit deinem Experteninterview solltest du deinen Leitfaden erstellen – was du am besten erst anfängst, wenn du den theoretischen Teil deiner wissenschaftlichen Arbeit bereits abgeschlossen hast, da du auf diese Weise bereits genug Wissen zu deiner Thematik gesammelt hast. Empfehlenswert ist an dieser Stelle ein Pretest deines Interviews. Diesen kannst du beispielsweise mit deinen Kommilitonen und/oder Freunden führen, um festzustellen, wo eventuell noch Verbesserungspotential besteht.

3. Die Kontaktaufnahme

Setze dich sobald du einen passenden Experten/eine passende Expertin gefunden hast, mit diesem/dieser in Kontakt. Beachte dabei, dass die Zeit der ExpertInnen begrenzt ist, sodass die Kontaktaufnahme so unaufdringlich wie möglich sein sollte. Hierzu eignet sich am besten der Kontakt per E-Mail. Erkläre freundlich, wie wichtig ihr/sein Beitrag für die Forschung ist und richte dich bei der Terminvereinbarung so gut es geht nach deinem Teilnehmer/deiner Teilnehmerin. Falls dir die Person beispielsweise von einem Kommilitonen/einer Kommilitonin empfohlen wurde, solltest du dies unbedingt nennen, um die Chance einer Zusage zu erhöhen.

4. Die Durchführung deines Interviews

Am besten ist es natürlich, das Interview persönlich durchzuführen. Sollte das nicht klappen, sind Skype- oder Telefongespräche die nächstbeste Wahl.

Je nach Thema kann es sinnvoll sein, deinen ExpertInnen vor dem Interview deinen Fragebogen zuschicken. Das ist aber nicht immer der Fall und hängt von der Natur deiner Forschungsfrage ab. In einigen Fällen sind spontane Antworten besser.

Solltest du das Interview persönlich durchführen, solltest du dein Handy sowie eine Powerbank dabeihaben, um das Gespräch aufzuzeichnen (kläre zuvor ab, dass das in Ordnung ist und die TeilnehmerInnen zustimmen). Auch eine ausgedruckte Version deines Fragebogens solltest natürlich dabei haben. Am Anfang des Experteninterviews solltest du deine Person sowie deine Thesis vorstellen und dann mit einer einfachen Frage deines Leitfadens das Interview beginnen. Am Ende des Gesprächs solltest du dich dann natürlich für die Zeit deines Teilnehmers/deiner Teilnehmerin bedanken.

5. Einwilligungserklärung

Sollte es bei deinem Experteninterview um sensible Daten gehen, sollten deine GesprächspartnerInnen eine Einwilligungserklärung unterschreiben. In dieser gibst du verbindlich an, was mit den Daten geschehen wird und wie du diese nutzen wirst.

Wie du dein Experteninterview auswertest

Mindestens genauso wichtig wie das Experteninterview ist die Auswertung. Da es sich bei deinem Experteninterview meistens um eine Audiodatei handeln wird, solltest du die Audiodatei genaustens transkribieren (= abtippen). Dabei musst du aber Dinge wie Räuspern, Husten oder Lächeln deines Interviewpartners/deiner Interviewpartnerin nicht aufschreiben.

Für den Fall, dass du doch ein schriftliches Experteninterview durchgeführt hast, solltest du sprachliche und grammatikalische Fehler sowie die Rechtschreibung korrigieren und die Transkription in den Anhang deiner Thesis übernehmen. Damit kannst du dein Interview nachfolgend codieren und die von dir erfassten Daten analysieren.

Wir hoffen, dass dir unsere Tipps zum Thema Experteninterviews in Theses geholfen haben. Du möchtest weitere Artikel zu den Themen wissenschaftliche Arbeiten & Co. lesen? Dann empfehlen wir dir wärmstens einen Blick in unser umfassendes Blog-Archiv: Von „A“ wie „Abkürzungsverzeichnis“ bis „Z“ wie „Zitierweisen“ ist alles dabei!

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